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Freihsl, Hans.

Bahn ohne Hoffnung. Die österreichischen Eisenbahnen von 1918 bis 1938. Versuch einer historischen Analyse.

Wien, Limpert 1971.

gr.-8°. 248 S., über 100 s/w Abb., ill. OPappband, gut erhalten.

Ende 1918 zerfiel Österreich-Ungarn damit zerbrach auch ein Verkehrsnetz, das auf die Dimensionen der Doppelmonarchie abgestimmt war. Im verbleibenden Restösterreich stand man vor schier unlösbaren Problemen. Von den großen Bahnlinien waren nur kurze Rumpfstrecken verblieben und die nun viel zu großen Bahnhöfe, Werkstätten und Direktionen. Aus den Nachfolgestaaten der Monarchie strömten viele Bahnbedienstete zurück in den Rumpfstaat. Es entstanden Probleme, deren Lösung einer organisatorischen Meisterleistung, Initiative und wirklichkeitsnaher, volkswirtschaftlicher Maßnahmen bedurft hätte. Wie die Chancen, aus den chaotischen Trümmern der k. k. Staatsbahnen einen für den jungen Staat wichtigen und gut funktionierenden Verkehrsträger Österreichische Eisenbahn zu schaffen, vertan wurden, versucht das vorliegende Buch dazustellen. Von den Kohlegruben der Tschechoslowakei abgeschnitten, wäre eine energische Elektrifizierung der österreichischen Bahnen unbedingt notwendig gewesen. Wie diese Elektrifizierung verhindert, ja sabotiert wurde dieses Kapitel der österreichischen Eisenbahngeschichte wirft ein bezeichnendes Licht auf die damaligen Zeit, wo Profitgier und nationalistisches Denken Vorrang vor volkswirtschaftlichen Erwägungen hatten. Das Bundesbahngesetz 1923 schuf wohl einen selbstständigen Wirtschaftskörper Österreichische Bundesbahnen stattet dieses Unternehmen aber nicht mit den für einen dringend erforderlichen Aufbau notwendigen Mitteln aus und das war die Ursache der späteren katastrophalen Verschuldung der Bundesbahnen. Und schließlich lesen sich die Berichte über die diversen Eisenbahnskandale jener Zeit wie ein Kriminalroman. Vergessen wurden auch nicht die österreichischen Eisenbahner, welche in den schweren Jahren von 1918 bis 1938 nicht nur ihren Dienst leisten mussten, sondern auch die ersten Opfer einer verfehlten Eisenbahnpolitik waren. Abbaumaßnahmen, Wirtschaftskrisen, chronischer Geldmangel, aber auch politische Repressalien der austrofaschistischischen Diktatur lasteten forderten zahlreiche Opfer. Bahn ohne Hoffnung Ist ein nicht immer erfreulicher Bericht - er ist jedoch der Versuch einer objektiven historischen Darstellung.

Schlagwörter: Österreich, 1. Republik, Eisenbahn, Zeitgeschichte

Product No.: VERK0869


 


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