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Das Buchaltärchen Philipps des Guten. (Codex 1800 der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien).

Luzern, Faksimile Verlag 1991.

Faks.-Bd.: 35 x 15 cm., Komm.-Bd. in 8°. 38 Blätter mit insges. 5 prächtigen Miniaturen (einschließlich Altärchen) und zahlr. kleinen u. grossen Initialen u. Buchschmuck, der Diptychon-Aufsatz in Handvergoldung. Faksimileband : Braunes Kalbleder auf Holzdeckeln mit reicher Blindprägung. Kommentarbd: OHLdr., zus. in Original-Papp-Kassette, Kommentarband von Otto Mazal und Dagmar Thoss in deutscher und französischer Sprache. - Schuber mit geringen Lagerspuren, ansonsten makelloser Zustand. Eines von 980 arabisch num. Expl.

Zu den einzigartigen Denkmälern der Buchkunst zählt eines der außergewöhnlichsten Dokumente der Buchgeschichte aus dem einstigen Besitz Herzog Philipps des Guten von Burgund (1419-1467). Die Besonderheit dieses Codex besteht in der Kombination eines Bilddiptychons und eines Buches in demselben Objekt. Auf zeitgenössischen Tafelbildern und Miniaturen wird Philipp als Betender vor einem aufgeschlagenen Buch abgebildet, aber auch vor einem aufgeschlagenen Diptychon. Mit dem Buchaltärchen besaß Philipp jedoch einen jederzeit und immer für ihn griffbereiten Gegenstand der privaten Andacht, das auf ihn ganz persönlich zugeschnitten war. Die Miniaturen des Diptychonaufsatzes, um 1430 entstanden, sind um etwa 20 Jahre älter als die Miniaturen des Buchblocks. Das bedeutet, dass Philipp bei der Anfertigung des Buchaltärchens zwei bereits vorhandene Andachtsbilder hat verwenden lassen. Vermutlich waren sie ihm so wertvoll, dass er Wert darauf legte, sie bei der Rezitation der Gebete, die er ins Andachtsbuch aufnehmen ließ, permanent vor Augen zu haben. Der private Charakter des Buchaltärchens kommt in den Texten und den Bildern des Codex gleichermaßen zum Ausdruck. Natürlich durften auch Gebete und Andachten zu Maria nicht fehlen. Diese erscheint in der Handschrift als sogenannte »Ährenkleidmadonna«. Die Auswahl besticht weniger durch ihren Umfang als vielmehr durch ihre Beziehung zum Herzog. Somit wird in diesem Werk ein spätmittelalterlicher Fürst, den wir sonst nur aus Geschichtsbüchern kennen, in seiner Persönlichkeit lebendig und greifbar. Beim Öffnen des Buchaltärchens fällt der Blick des Betrachters zunächst auf die beiden Miniaturen des Diptychon-Aufsatzes, der sich aus der Verlängerung der beiden Buchdeckel ergibt. Im Vorderdeckel ist die Trinität zu sehen, im Hinterdeckel wird eine Marienkrönung dargestellt. Beide Darstellungen sind ganz im Stil der Internationalen Gotik gehalten. Die Miniaturen des Buchblocks stammen von einem Maler der nachfolgenden Generation. Der Kommentarband führt in die Welt des Buchaltärchens und seines Besitzers, des burgundischen Herzogs Philipps des Guten, ein.

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Product No.: FAKS0483


 


850.00 Euro

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