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Mauries, Patrick.

Das Kuriositätenkabinett.

Köln DuMont 2002.

4°. 256 S., OPappband mit OUmschl., wie neu. ISBN 3832194061

"Selten hat sich das menschliche Staunen angesichts der Wunder der Natur deutlicher niedergeschlagen als in den zahlreichen Kunst- und Wunderkammern und Kuriositätenkabinetten, die zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert überall in Europa von geistigen und weltlichen Herrschern, aber auch von reichen Bürgern und wissbegierigen Sammlern eingerichtet wurden. Die ersten Wunderkammern entwickelten sich aus der Tradition gotischer Kirchenschätze und Reliquiensammlungen, deren weltlicher Ausprägung ab Mitte des 16. Jahrhunderts ganz bestimmte Funktionen zugeschrieben wurden. Die Wunderkammer, so forderte Samuel Quiccheberg 1560, sollte ""ein möglichst breit angelegtes Theater"" sein, ""das echte Materialien und präzise Reproduktionen des gesamten Universums enthält."" Hierdurch, so schreibt der Gelehrte weiter, sollte man möglichst ""schnell, leicht und sicher eine einzigartige, neue Kenntnis der Dinge sowie bewundernswerte Klugheit"" erlangen können. Es ging also nicht nur um das ehrfürchtige Staunen, sondern auch um das anschauliche Erkennen des ganzen Reichtums der Formen und Gegenstände, die Natur und Kunst zu schaffen in der Lage waren. Und das war nicht wenig, wie der vorliegende Band vor Augen führt. Viele der Sammlungen wurden später aufgelöst, und die meisten Stücke finden sich nun vereinzelt in Museen wieder. Damit gingen aber auch die meisten sichtbaren Beweise für die einzigartigen Arrangements verloren, in denen die Wunderkammern und später die Kuriositätenkabinette ihre seltenen und seltsamen Objekte präsentierten. Die Verbindung von Schaulust und Wissensdurst ergötzte sich an der Exzentrik der Natur ebenso wie an den Einfällen und der Fingerfertigkeit der Kunst. Beide waren letztlich gleichberechtigter Ausdruck einer göttlichen Ordnung, die sich auch noch im Unerklärlichen und Wunderbaren erkennen und bestaunen ließ. So fanden sich in den Kammern und Kabinetten zwischen Neapel und Kopenhagen, Madrid und Prag Muscheln, Kristalle, Korallen, Fossilien, Insekten, ausgestopfte und präparierte Tiere sowie menschliche Gliedmaßen, kostbare Kunstgegenstände, Uhren, mechanische Puppen und Automaten, Schnitzereien aus Elfenbein und Edelholz, Waffen, Gewürze, Gemälde und vieles andere mehr."

Schlagwörter:

Artikelnummer: EEZZ0940


 


28.00 Euro

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