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Zunneck, Karl-Heinz.

Die geheimen Zeichen und Rituale der Freimaurer.

Rottenburg, Kopp 2004.

250 S., zahlr. Abb. im Text, ill. OPappband

"Eines der schwächsten und fehlerhaftesten Werke zur Freimaurerei seit 1945. So schrieb Roland Müller in seiner Rezension schon 2002 u.a. "" Dieses Buch ist ein Skandal. Nicht nur wegen seiner Behauptungen über die Rituale und Zeichen der Freimaurerei, sondern wegen seiner Machart. Schätzungsweise 80% sind fast wörtlich aus einem Anti-Freimaurer-Machwerk aus der Nazi-Zeit abgeschrieben. Wenn ich das nicht selbst in der Bibliothek nachgeprüft hätte ? Seite für Seite mit wachsendem Erstaunen -, würde ich das nicht glauben. In fünfzig Jahren ist mir als Bücherfreund so etwas noch nie unter die Augen gekommen ... Was hat der Autor abgeschrieben? Im ganzen Buch findet sich auch nicht der geringste Hinweis auf die Vorlage. Und der Clou: In einem Zitat (232) über die ?antifreimaurerische Agitation? aus dem ?Internationalen Freimaurer-Lexikon? von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932) wurde der Name des Autors der Vorlage an zwei Stellen sorgfältig ausgelassen. Die Vorlage ist der damalig Bestseller von Gregor Schwartz-Bostunitsch ?Die Freimaurerei? aus dem Jahre 1928. Die 8. Auflage erschien 1942; eine Neuauflage erfolgte im Jahre 2000 im Rahmen einer ganzen Reihe von Nachdrucken anti-freimaurerischer Schriften aus der Zeit von 1919 bis 1943 (Wichtl, Heise, Ludendorff; Hasselbacher, usw.) ... Der 1883 in Kiew geborene Grigorij V. Svarc-Bostunic kam über die Schweiz als Vortragsredner nach Deutschland, trat ab 1922 im Fahrwasser der völkischen Bewegungen öffentlich auf und tat - laut Internetquellen - ab 1934 als Instrument des Sicherheitsdienstes der SS zur Verfolgung und Auflösung der Freimaurerlogen und der Anthroposophischen Gesellschaft seinen Dienst. Der UFO-Spezialist Karl-Heinz Zunneck hat die ersten beiden Drittel des Buches (etwa 200 von 300 Seiten) von Schwartz-Bostunitsch weitgehend wörtlich abgeschrieben, mit vielen winzigen Veränderungen allerdings: Die Loge als ?Raum?, wo sich die Freimaurer versammeln, wurde zur ?Räumlichkeit? (125), ?bekommt? wurde zu ?erhält?, statt ?von weisser Farbe? schreibt Zunneck ?weiss?, usw. Fast alle Abbildungen, in schlechter Qualität, wurden aus dem Buch von 1928 übernommen. Unerklärlich ist allerdings, warum das Bild des ersten russischen Ordens nach der Oktoberrevolution 1918, das ein Pentagramm zeigt (S.-B. 196), durch ein anderes ersetzt wurde - obwohl der Text unverändert blieb. Das bekannte Bild von Eliphas Lévi des ?Baphomet? wurde mit einem ähnlichen, aber anti-freimaurerischen ausgetauscht ... Weitgehend weggelassen hat Zunneck das letzte Drittel seiner Vorlage, das die damalige Freimaurerei in den verschiedenen Ländern beschrieb. Aus dem Kapitel ?Die Juden in der Freimaurerei? (S.-B. 228-238) hat er einige wenige unverfängliche Stellen vorne in den Text eingebaut. Soweit ersichtlich besteht die einzige eigene Leistung des Autors darin, dass er eine Einleitung geschrieben hat, worin er aus Franz Carl Endres? ?Die Symbole des Freimaurers? (1930) zitiert, und dass er ferner vier Zitate aus dem Lexikon von Lennhoff/ Posner (Loge, Erkennungszeichen, Dreieck, Pentagramm) sowie eines aus Lennhoffs ?Die Freimaurer? (1929: Symbolik) in den Text von Schwartz-Bostunitsch eingestreut und ein 18seitiges Schlusskapitel über ?Freimaurerei, Politik und das Verhältnis zur Kirche? angehängt hat. In letzterem fühlt er sich ?als mündiger Bürger zumindest in gewisser Beziehung hinters Licht geführt? (231), wenn Lennhoff/Posner in ihrem Lexikon die freimaurerischen Weltherrschaftspläne vehement in Abrede stellen. Der UFO-Spezialist weiss es besser, behauptet, die Freimaurerei habe politischen Charakter und fragt rhetorisch: ?Wie sonst lässt sich erklären, dass Politiker Freimaurer waren oder sind?? Er weiss, dass die Mitgliedschaft in Maurer-Logen die Politiker ?bindet? und wird sogar ironisch, indem er formuliert, wer anderer Ansicht sei, ?glaubt auch, dass ein Zitronenfalter-Schmetterling Zitronen falten kann? (233) ... Die Quellen, welche Schwartz-Bostunitsch benutzte, waren weitgehend obskur, anti-maurerisch und für die Darstellung der Freimaurerei unzuverlässig. Zunneck hat sie beim Abschreiben im Text vollständig übernommen. Seine eigenen zwei Seiten Literaturangaben am Schluss stellen mit nichten einen ?Auszug des verwendeten modernen Materials? dar; er hat es zu grossen Teil nicht benützt. Zudem enthalten sie völlig unmotiviert einige anti-maurerische Schriften (die er auch nicht zitiert) und mehrere ziemlich alte Schriften, dazu zahlreiche Schreibfehler."

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Artikelnummer: FRMA0778a


 


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